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Lokales / Politik

Foto: Schnee schippen, sonst Bußgeld

Wer schippt, wird nicht bestraft. Ansonsten drohen Bußgelder. Foto: StK

Schnee schippen, sonst Bußgeld

04.02.2010

Was hat die Friedrichstraße, was die meisten anderen Straßen nicht haben? Oder besser umgekehrt gefragt: Was hat die Fridrichstraße nicht, was die meisten anderen Straßen noch haben? Die Antwort: Schnee. Am Mittwoch dieser Woche wurde die Straße komplett von den weißen Massen befreit, und der Anblick danach hatte etwas Unwirkliches – so sehr hat man sich inzwischen daran gewöhnt, sein Auto vor dem Ausparken „freizuschaufeln“, als Fußgänger beim Straßenüberqueren über Schneeberge zu steigen und sich auf schmalen Trampelpfaden fortzubewegen.

Apropos Trampelpfade: Seit rund zwei Wochen sind Mitarbeiter des Kommunalen Ord­nungs- und Sicherheits­diens­tes (KOSD) nicht wie sonst nur mit dem Verteilen von „Knöllchen“ befasst,  im Auftrag der Stadtwirtschaftlichen  Dienst­leis­tun­­gen Schwerin (SDS) sind sie jetzt auch dabei, nicht geräumte Gehwege „aufzunehmen“. Während laut Auskunft der städtischen Pressestelle die Knöllchenvergabe an Falsch­par­ker  angesichts  der Umstände „wohl dosiert“ vorgenommen werde (nur beim Parken im Halteverbot, in Feuerwehrzufahrten oder auf Behindertenparkplätzen), werden in den nächsten Tagen vom SDS die ersten 70 „Anhörungen“ für nicht geräumte Gehwege an die entsprechenden Hauseigentümer verschickt. Wann aber gilt ein Gehweg als geräumt? Normalerweise müsse der Weg min­destens auf einer Breite von 1,50 Meter ungehindert begehbar sein, sagt  SDS-Mitarbeiterin Kerstin Sulzmann. „Aber wir berücksichtigen schon die besonderen Umstände. Es geht darum, dass man sich nicht den Hals bricht.“

Die „angehörten“ Hausbesitzer werden mit einem Bußgeld von 50 bis 100 Euro zu rechnen haben, zuzüglich rund 25 Euro für Verwaltungsgebühren und Auslagen. Die Gefahr, „erwischt“ zu werden, schwindet hingegen mit zunehmendem Krankenstand und durch zahlreiche Sturzverletzungen von KOSD-Mitarbeitern: Am Mittwoch waren es gerade mal vier Zweiergruppen, am Donnerstag sogar nur noch drei Zweiergruppen und damit insgesamt sechs Leute, die in ganz Schwerin unterwegs waren, um Park- und Schneeschipp-Frevler aufzuspüren. is