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„Zu viel Klüngel, zu viel Zwang“

Schweriner Stadtvertreter René Zeitz seit Kurzem fraktionslos

Foto: „Zu viel Klüngel, zu viel Zwang“
Er arbeitet im Hofladen Medewege, ist engagiert in verschiedensten Initiativen der Basisdemokratie: René Zeitz. Foto: is
Schwerin, 18.8.12
Sie haben über ihn, aber nicht mit ihm geredet: die Tagespresse, der Frak­tionschef von SPD/Grüne und selbst Leute, die es an sich gut mit René Zeitz meinen – Initiativen wie „Echte Demokratie Jetzt Schwerin!“, „Recht auf Stadt Schwerin“ oder der „Freundeskreis für ein bedingungsloses Grundeinkommen Schwerin“.
In der Schweriner Tageszeitung konnte Zeitz über sich lesen, er habe kein Interesse an Sitzungen mit seinen Fraktionskollegen, scheue Debatten und sei einfach kleinlaut aus der Fraktion ausgetreten. Daraufhin wandten sich etliche Initiativgruppen mit einem gemeinsamen „Offenen Brief“ an die Medien – wie gesagt, auch darüber wurde mit dem Betroffenen vorher nicht gesprochen. Immerherhin wird Zeitz in diesem Brief bescheinigt, ein feiner Kerl zu sein: Er sei „eine prägende Persönlichkeit für den sozialökologischen Wandel in unserer Stadt“ und „einer der wenigen Stadtpolitiker, der die um­fassende Krise unseres Gesellschaftssystems in seine Überlegungen mit einbezieht und daraus versucht, stadtpolitische Alternativen zu entwickeln“.
Wie auch immer: Fest steht, dass der parteilose René Zeitz im vergangenen Jahr durch den Aufstieg von Silke Gajek ins Landesparlament in die Fraktion von SPD/Grüne „nachrutschte“ und dass er nun aus eben dieser Fraktion ausgetreten ist. Auf die Frage nach dem Warum sagt Zeitz: „Die Einflussmöglichkeiten der Stadtvertretung hatte ich mir größer vorgestellt. Es gibt zu viel Klüngel, eine zu starke Parteienstruktur, zu viel Zwang.“ Zum „Knall“ mit seiner Fraktion sei es gekommen, als Zeitz sich nicht an Formalien in Bezug auf „sein“ Thema Regiogeld gehalten habe. „Nun werde ich den Antrag in der Septembersitzung allein auf die Tagesordnung bringen“, sagt er. Sein Wunsch: Die Verwaltung möge prüfen, ob die Einführung einer parallelen Abrechnungseinheit (Regio­geld) zum Fortbestand des Theaters führen könnte. Dass der Antrag innerhalb der Stadtvertretung eine Mehrheit finden könnte, scheint illusionär. Offen lässt der 34-Jährige derzeit, ob er bei einer Ablehnung weiterhin Mitglied der Stadtvertretung bleibt: „Ich denke darüber noch nach. Vielleicht gelingt es ja doch, zumindest ein paar aus meiner Sicht wichtige Veränderungen mit auf den Weg zu bringen.“I. Schwaß

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