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Immer mehr Opfer häuslicher Gewalt nehmen Hilfe in Anspruch

Dr. Margret Seemann legt aktuelle Zahlen vor

Schwerin, 23.7.10

Die Parlamentarische Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung, Dr. Margret Seemann, verweist auf die gestiegene Inanspruchnahme von Hilfs- und Unter­stützungs-einrichtungen durch Opfer von häuslicher und sexualisierter Gewalt. Die Anzahl der Betroffenen stieg von 2008 zu 2009 um circa zwölf Prozent. Seemann: „Der Anstieg der gemeldeten Zahlen von Gewalttaten ist kein Hinweis auf eine Zunahme von Gewalt in Familien, sondern ein Zeichen dafür, dass sich mehr Opfer aus dem Dunkelfeld aufgrund der vorhandenen Unterstützungseinrichtungen in die Öffentlichkeit trauen.“

2009 wurden den Einrichtungen 7.170 Fälle von häuslicher und sexualisierter Gewalt, von Zwangsprostitution und Menschenhandel bekannt (2008: 6339). Davon konnten in 3.124 Fällen Betroffenen unter 18 Jahre Hilfe angeboten werden (2008: 2.989). Beratung für die Verursacher der Gewalt konnte in 211 Fällen (2008: 184) umgesetzt werden.

„Die Zahlen zeigen deutlich, dass die Maßnahmen des Landesaktionsplanes zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Kinder sich bewährt haben. Hierzu gehören neben den Hilfe- und Unterstützungseinrichtungen die Sonderdezernate in den Staats-anwaltschaften, Fortbildung von Polizei, Justiz, der Ärzteschaft und anderer beteiligter Berufsgruppen sowie eine abgestimmte Zusammenarbeit aller beteiligten Institutionen. Dadurch kann dem jeweiligen Hilfebedarf der Opfer Rechnung getragen und auch Kindern, die direkt oder indirekt von Gewalt betroffen sind, geholfen werden“, so Seemann. „Den regionalen Netzwerken und dem landesweiten ‚Arbeitskreis Netzwerk gegen häusliche und sexualisierte Gewalt in MV‘ sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hilfs- und Unterstützungseinrichtungen, die trotz gestiegener Nachfrage jedem Opfer professionell die richtige Hilfe zukommen lassen, gilt besondere Anerkennung und großer Dank“, so Seemann abschließend. Das Land fördert neun Frauen- und Kinderschutzhäuser, 13 Beratungsstellen für Opfer häuslicher und sexualisierter Gewalt, fünf Interventionsstellen mit jeweils extra Beratung für von Gewalt betroffene Kinder, zwei Täterberatungsstellen sowie eine Fachstelle für Zwangsprostitution und Menschenhandel.

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