Landtag lehnte Antrag der Volksinitiative ab, will aber bis Ende des Jahres ein Konzept haben
In den vergangenen Monaten wurde viel für die Theater unseres Landes demonstriert. Der Erfolg hielt sich in Grenzen. Foto: Archiv/StK
Schwerin, 23.6.12
Die Volksinitiative hat viel erreicht“, schätzte Jürgen Suhr, Vorsitzender der bündnisgrünen Landtagsfraktion ein. Dabei ist die Initiative „Für den Erhalt der Theater- und Orchesterstrukturen in Mecklenburg-Vorpommern“ mit ihrem eigentlichen Anliegen gescheitert, denn in dieser Woche lehnten die M-V-Parlamentarier die Initiative ab, „da diese nur auf den Erhalt der bestehenden Strukturen abzielt“.
Immerhin würdigten die Landtagsabgeordneten in ihrem Beschluss „das hohe Engagement“ der Initiatoren. Und die Theater- und Orchesterlandschaft in M-V soll gesichert und weiterentwickelt werden – jedoch mit Veränderungen. Wie die aussehen? Dies soll nun die Landesregierung bis Ende dieses Jahres in einem Konzept darlegen. Die Theater- und Orchester-Initiative forderte „insbesondere eine auskömmliche finanzielle Unterstützung durch das Land“. Die Initiativler hatten im ganzen Land mehr als 50.000 Unterschriften dafür gesammelt.
Vor der Abstimmung über den Antrag der Volksinitiative hat die Linke-Fraktion noch einen Änderungsantrag vorgelegt, der aber auch abgelehnt wurde. Die Linke schlug unter anderem vor, bis spätestens
Anfang 2014 eine „Landesstiftung zur Förderung von Kultur und Tourismus“ aufzubauen, die, finanziell gut ausgestattet, auch Orchester und Theater unterstützt. Die knapp 36 Millionen, die die Träger jährlich vom Land nach dem Finanzausgleichsgesetz erhielten, würden jedenfalls nicht ausreichen.
Das Staatstheater Schwerin bekommt aber schonmal Geld zusätzlich. Die bereits angekündigten zwei Millionen Euro „Soforthilfe“ sind in den in dieser Woche beschlossenen Landeshaushalt eingestellt. Sozialministerin Manuela Schwesig sagt dazu: „Jetzt haben wir wieder Luft zu atmen, um uns konstruktiv in die Theaterdebatte einzubringen.“
In der vergangenen Legislaturperiode hatte das Land bereits ein Eckpunktepapier vorgelegt, das vor allem Kooperationen und Fusionen forderte. Obwohl dies eigentlich vom Tisch ist, könnte es jetzt als Basis für ein neues Theaterkonzept dienen. StK