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Geld für DDR-Heimkinder

40-Millionen-Fonds eingerichtet/Beratungsstelle ab 2. Juli bei Stasi-Unterlagen-Behörde

Foto: Geld für DDR-Heimkinder
Sozialministerin Manuela Schwesig (r.) und die Stasi-Unterlagen-Beauftragte Marita Pagels-Heineking stellten in dieser Woche in Schwerin den Fonds und die Beratungsstelle für frühere Heimkinder vor. Foto: StK
Schwerin, 30.6.12
Opfer aus DDR-Heimen“, sagt die M-V-Sozialministerin Manuela Schwesig, „müssen nicht mehr das Gefühl haben, dass sie Opfer zweiter Klasse sind.“ Deshalb habe sie sich dafür eingesetzt, dass nach dem Hilfsfonds für westdeutsche Heimkinder auch im Osten geholfen wird. Der Fonds steht nun, die Gesamtsumme beträgt 40 Millionen Euro, woran sich unser Land mit 2,4 Millionen Euro beteiligt.
Menschen, die früher in Heimen zur Arbeit gezwungen wurden, erhalten pro Arbeitsmonat 300 Euro aus dem Hilfefonds. Unterstützung kann es zudem geben für zum Beispiel Fahrten, Beschaffung von Dokumenten sowie für Kuren, behindertengerechte Umbauten und andere Dinge im Zusammenhang mit Spätfolgen erlittenen Unrechts. Maximal stehen jedem Betroffenen insgesamt 10.000 Euro zu. Das Geld bekommen nicht Dritte, sondern ausschließlich die Opfer selbst, und es soll nicht auf Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld II angerechnet werden.
Parallel zu dem Fonds wurde eine Beratungsstelle eingerichtet, die ab 2. Juli arbeitet. Sie untersteht der Stasi-Unterlagenbehörde unseres Landes – weil man dort Erfahrung im Umgang mit Opfern der DDR-Diktatur habe, sagt die Minis­terin. Die Landesbeauftragte für Stasi-Unterlagen Marita Pagels-Heineking betont, der Fonds sei nur eine Möglichkeit, den Opfern zu helfen. Es gehe auch um die Rehabilitierung derjenigen, die unter haftähnlichen Bedingungen gelitten hätten: „Die Betroffenen sollen mit uns gemeinsam an ihren Biografien arbeiten.“
Schwesig sagt, bewusst hätten Ministerium und Stasi-Behörde, eine niedrige Nachweis-Hürde gewählt. Um Leis­tungen aus dem Fonds zu erhalten, genüge es, meist schon, wenn die Opfer ihre Biografie schlüssig darlegen.
Die Beratungsstelle befindet sich im Schweriner Jägerweg. „Wir wollen aber auch in die Region gehen“, sagt Pagels-Heineking. Der Erstkontakt, solle erstmal jedoch möglichst telefonisch erfolgen (Rufnummer: 03 85 / 5 57 16 61). Schon 350 Interessenten befänden sich auf der Wartelis­te. Mehr über den Fonds: www.fonds-heimerziehung.de. StK

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